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Das war meine Residency in Bangkok

Ein Bericht 5.Jänner - 15.Februar 2026


Ausgangspunkt für diese Residency war mein Aufenthalt in Neu-Delhi Anfang 2025, bei der ich zwei thailändische Künstler kennenlernte, die mich ans MATDOT Art Center empfohlen.


Ziel meines Projekts war eine vertiefte zeichnerische Auseinandersetzung mit kulturellen, gesellschaftlichen und persönlichen Wahrnehmungen vor Ort. Ich wollte vorallem kritische Stimmen finden und auch mit Audioaufnahmen arbeiten. Aus politischen Gründen – insbesondere im Hinblick auf mögliche Konsequenzen offener Kritik in Thailand – wurde der ursprüngliche Ansatz angepasst. Stattdessen verlagerte sich der Fokus auf subtile, indirekte Beobachtungen kultureller Realitäten.


Zentral wurde dabei die Alltagskultur, insbesondere die allgegenwärtige Bedeutung von Pflanzen. Gleichzeitig wirkten globale und europäische Ereignisse stark in die Arbeit hinein: Zwei Femizide in Österreich zu Jahresbeginn 2026, sowie die Veröffentlichung der Epstein-Files führten zur Entstehung von drei großformatigen Arbeiten, die sich explizit oder implizit mit Gewalt gegen Frauen* auseinandersetzen.



Auch bezüglich Materialität brachte die Residency unerwartete Verschiebungen mit sich: Großformatiges Zeichenpapier war vor Ort nichtverfügbar, weshalb Leinwand zum Bildträger wurde. Deren Struktur und Widerstand prägten die Arbeiten wesentlich. Ergänzend entstanden kleinformatige, tagebuchartige Zeichnungen, die Serie Die Katze liebt Blau sowie zahlreiche Scherenschnitte mit Pflanzenmotiven. Eine reduzierte Orchideen-Serie verweist dabei auf Zuschreibungen von Weiblichkeit, Schönheit und dekodiert diese bewusst.



Das abschließende Open Studio (12.–14. Februar 2026) wurde von zahlreichen Besucher*innen besucht; besonderes Interesse kam von der Silpakorn Kunstuniversität, inklusive Aussicht auf ein Folgeprojekt. Du darfst mir also die Daumen drücken!


Summa Summarum war die Residency geprägt von einem außergewöhnlich intensiven Arbeitsfluss. Viele der entstandenen Arbeiten und Konzepte werden meine Praxis in Österreich nachhaltig weiter prägen - ich freue mich schon sehr darauf die Ideen weiter auszuloten.


Ermöglicht wurde der Aufenthalt durch Förderungen des Landes Niederösterreich, der Bildrecht und der Österreichischen Botschaft in Thailand - ich bin sehr Dankbar für diese unglaublich wichtige, inspirierende Arbeitserfahrung!


Hier noch ein paar Eindrücke vom Open Studio:



 
 
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